Das Esszimmer ist im skandinavischen Wohnkonzept mehr als ein Ort zum Essen - es ist der Treffpunkt für lange Abende, Gespräche und Gastfreundschaft. Wer ein skandinavisches Esszimmer einrichten möchte, kombiniert deshalb Funktionalität mit Wärme: einen ehrlichen Tisch aus echtem Holz, bequeme Stühle und eine Beleuchtung, die zum Verweilen einlädt.
In diesem Guide gehen wir Schritt für Schritt durch alle Elemente, die ein gelungenes nordisches Esszimmer ausmachen - egal ob Sie einen offenen Wohn-Ess-Bereich oder einen separaten Raum gestalten.

Der Charakter des skandinavischen Esszimmers
Nordische Esszimmer wirken aufgeräumt, hell und unangestrengt. Der Stil setzt auf wenige, gut gewählte Stücke statt auf eine volle Möblierung. Drei Merkmale kehren immer wieder:
- Ein präsenter Tisch aus echtem Holz als Mittelpunkt, oft mit sichtbarer Maserung.
- Stühle, die Form und Komfort verbinden - klassische Schalenstühle, Holzstühle oder Modelle mit Lederbezug.
- Eine markante Hängeleuchte über dem Tisch, die den Bereich definiert.

Der große Unterschied zwischen einem beliebigen und einem wirklich hochwertigen Esszimmer liegt im Material des Tisches. Massivholz oder echtes Holzfurnier mit sichtbarer Maserung altert würdevoll und wird mit jedem Jahr schöner - anders als bedruckte Dekorplatten.

Schritt 1: Den richtigen Esstisch wählen
Der Esstisch ist die wichtigste Entscheidung. Er bestimmt Größe, Form und Charakter des Raumes. Im skandinavischen Stil sehen Sie zwei Hauptrichtungen: den hellen, schlichten Tisch mit klaren Linien und den rustikalen Massivholztisch mit kräftiger Präsenz. Beide funktionieren - es kommt auf den Raum und Ihren Geschmack an.

Welche Größe und Form?
Orientieren Sie sich an diesen Richtwerten:
- Pro Person rechnen Sie etwa 60 cm Tischbreite ein, damit jeder bequem sitzt.
- Rechteckige Tische passen in die meisten Räume und bieten Flexibilität bei Gästen.
- Runde oder ovale Tische fördern das Gespräch und passen gut in quadratische Räume.
- Ausziehbare Modelle sind ideal, wenn Sie selten, aber dann viele Gäste haben.
Lassen Sie rund um den Tisch mindestens 90 bis 100 cm Platz, damit man Stühle bequem herausziehen und vorbeigehen kann. Sehen Sie sich unsere Auswahl an massiven und ausziehbaren Modellen in der Kollektion Esstische an.

Praktische Kaufberatung: den perfekten Esstisch finden
Ein Esstisch begleitet Sie meist viele Jahre. Diese praktischen Schritte helfen Ihnen, das richtige Modell zu wählen:

- Raum ausmessen. Messen Sie Länge und Breite der verfügbaren Fläche und ziehen Sie von jedem Maß etwa 80 bis 100 cm ab. So bleibt an allen Seiten rund 90 cm Platz, damit der Essplatz nicht gedrängt wirkt.
- Form zum Raum wählen. Quadratische und runde Platten passen gut in quadratische Räume, rechteckige und ovale Tische in längliche Räume. Ein ovaler Tisch wirkt dabei optisch leichter als ein rechteckiger und schafft in schmalen Räumen zusätzliche Sitzplätze. Runde Tische sind ideal für Ecken und kleine Räume, weil es keine scharfen Kanten gibt.
- Mit Zeitschriften testen. Wenn Sie unsicher sind, markieren Sie die Tischplatte mit Zeitschriften auf dem Boden, stellen Sie die Stühle dazu, ziehen Sie einen heraus und setzen Sie sich. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie Tisch und Raum zusammenwirken.
- Nutzung bedenken. Wird der Tisch nur am Wochenende genutzt, ist ein ausziehbares, platzsparendes Modell praktisch. Dient er täglich auch als Arbeitsplatz, wählen Sie ein robustes Material - Keramik, Massivholz oder gehärtetes Glas. Bei Furnier gilt: auf echtes, dünnes Holzfurnier achten, da dickes Furnier mit der Zeit abblättern kann.
- Farbe mit Bedacht wählen. Zeitlose Töne wie Schwarz, Grau, Braun und Weiß bleiben über Jahre hinweg aktuell und bilden eine ruhige Basis für wechselnde Deko. In Haushalten mit kleinen Kindern oder Haustieren sind mattes Weiß und sehr helle Hölzer weniger pflegeleicht.
- Auf das Gestell achten. Die Beine bestimmen mit, wie gut sich der Tisch nutzen lässt. Ein Mittelfuß oder ein Sockel schafft mehr Beinfreiheit als vier Eckbeine - praktisch, wenn öfter viele Personen zusammenrücken.
- In Ruhe prüfen. Testen Sie den Tisch, bevor Sie sich entscheiden: Setzen Sie sich, fühlen Sie die Oberfläche, probieren Sie Auszugsplatten aus und achten Sie auf die Verarbeitung. Ein Esstisch gehört zu den meistgenutzten Möbeln im Haus - hier lohnt sich Sorgfalt.
Schritt 2: Stühle aussuchen - bequem und stilsicher
Stühle entscheiden darüber, wie lange man am Tisch sitzen bleibt. Skandinavische Esszimmer mischen oft bewusst: ein klassischer Schalenstuhl auf einem Holzgestell, ein Stuhl mit weichem Lederbezug oder eine schlichte Bank auf einer Seite. Diese Mischung wirkt lebendig und unangestrengt.
Ein paar Empfehlungen aus der Praxis:

- Sitzhöhe und Tischhöhe abstimmen. Zwischen Sitzfläche und Tischunterkante sollten etwa 28 bis 30 cm liegen.
- Materialmix bewusst einsetzen. Holz, Leder und Textil dürfen sich abwechseln, solange die Farbpalette ruhig bleibt.
- Eine Bank spart Platz und lässt sich bei Bedarf unter den Tisch schieben.
In der Kollektion Esszimmerstühle finden Sie Modelle aus echtem Leder, Holz und Textil. Wer eine erhöhte Sitzgelegenheit an der Kücheninsel sucht, wird in der Kollektion Barstühle fändig.

Bänke statt Stühle - oder ein bewusster Mix
Ein typisch dänischer Ansatz ist die Bank am Esstisch - entweder anstelle von Stühlen oder als Mischung aus beidem. Eine lange Bank auf einer Seite und Stühle auf der anderen wirken lebendig und unangestrengt, und die Bank lässt sich bei Nichtgebrauch komplett unter den Tisch schieben. Das spart Platz und hält den Raum optisch ruhig. Für Familien ist die Bank praktisch, weil mehrere Kinder eng nebeneinander Platz finden; für Gäste lässt sich schnell zusammenrücken.

Ebenso beliebt ist der bewusste Stuhl-Mix. Skandinavisch eingerichtete Esszimmer kombinieren gern alte und neue Stühle, unterschiedliche Materialien und gedeckte Farben an einem Tisch - ein Vintage-Holzstuhl neben einem klaren Schalenstuhl, ein Modell mit Lederbezug neben einer schlichten Bank. Damit der Mix ruhig bleibt und nicht zufällig wirkt, hilft eine einfache Regel: Halten Sie ein verbindendes Element konstant - etwa dieselbe Sitzhöhe, einen wiederkehrenden Holzton oder eine gemeinsame gedeckte Farbfamilie. So entsteht Vielfalt mit einem roten Faden. Passende Modelle und Bänke finden Sie in der Kollektion Esszimmerstühle.

Maße und Ergonomie am Esstisch
Damit der Essplatz im Alltag funktioniert, lohnt sich ein Blick auf ein paar bewährte Richtwerte:

- Platz pro Person: etwa 60 cm Tischbreite, damit jeder Gedeck und Ellenbogenfreiheit hat.
- Freiraum um den Tisch: mindestens 90 bis 100 cm bis zur nächsten Wand oder zum nächsten Möbelstück, damit man Stühle herausziehen und bequem vorbeigehen kann.
- Sitzhöhe zu Tischhöhe: zwischen Sitzfläche und Tischunterkante sollten etwa 28 bis 30 cm liegen. Bei einer üblichen Tischhöhe von rund 74 bis 76 cm passt eine Sitzhöhe von etwa 45 bis 47 cm.
- Bank-Länge: planen Sie die Bank etwas kürzer als die Tischplatte, damit sie sich vollständig unterschieben lässt.
- Bank an der Wand: eine Sitztiefe von rund 40 bis 45 cm ist angenehm; ein paar Kissen im Rücken machen längeres Sitzen bequemer.
Essplatz an die Wand rücken
Statt den Esstisch mittig in den Raum zu stellen, können Sie ihn nah an die Wand rücken: Stühle auf der offenen Seite, eine lange Bank an der Wand. So sparen Sie genau den Platz, den herausziehbare Stühle sonst ringsum brauchen - und die Bank wird zugleich zu einem schönen, dekorativen Element im Raum. Gerade in schmalen Esszimmern oder offenen Wohnküchen schafft diese Anordnung spürbar mehr Bewegungsfreiheit.
Wer zusätzlichen Stauraum sucht, wählt eine Bank mit integriertem Stauraum unter der Sitzfläche. Darin lassen sich Tischdecken, Platzsets und Servietten ebenso verstauen wie Kochbücher oder Vorräte - praktisch verstaut und trotzdem griffbereit.
Schritt 3: Die Beleuchtung über dem Tisch
Eine Hängeleuchte über dem Esstisch ist im skandinavischen Stil fast ein Muss. Sie definiert den Essbereich - besonders wichtig in offenen Wohnküchen - und schafft Atmosphäre. Klassiker sind geschwungene Lampenschirme, Papierleuchten oder die ikonischen mehrschichtigen Metallpendel der nordischen Designtradition.

Faustregeln für die Montage:
- Die Unterkante der Leuchte hängt etwa 60 bis 70 cm über der Tischplatte.
- Bei langen Tischen wirken zwei oder drei kleinere Pendel harmonischer als ein einzelnes.
- Wählen Sie warmweißes, dimmbares Licht für flexible Stimmungen.

Schritt 4: Stauraum und Anrichte
Geschirr, Gläser und Tischwäsche brauchen einen Platz. Ein Sideboard an der Wand bietet geschlossenen Stauraum und gleichzeitig eine Ablagefläche für Karaffen, Kerzen oder ein Blumengesteck. Wer sein schönes Geschirr zeigen möchte, wählt eine Vitrine mit schlankem Rahmen.
Besonders beliebt sind in dänischen Esszimmern schlanke Glasvitrinen, oft mit integrierter Beleuchtung. Hinter Glastüren kommen schönes Geschirr, Gläser und Keramik ruhig zur Geltung, und ein warmes Licht im Inneren macht die Vitrine am Abend zu einem stimmungsvollen Blickfang. Klassisch sind Modelle mit filigranem schwarzem Metallrahmen, aber auch Vitrinen mit Holzelementen passen gut zum nordischen Look. Wer es luftiger mag, kombiniert offene Regale aus Holz oder Metall mit wenigen, bewusst arrangierten Stücken - so bleibt der Raum leicht und wirkt nicht überladen.
In kleineren Esszimmern oder offenen Bereichen schafft ein Highboard Stauraum in die Höhe statt in die Breite. So bleibt der Boden frei und der Raum wirkt offen.

Schritt 5: Farben, Textilien und Deko
Halten Sie die Basis ruhig - heller Boden, weiße oder gedeckte Wände - und setzen Sie Akzente über Textilien und Tischdeko. Ein Tischläufer aus Leinen und gedeckte Stoffservietten geben dem Tisch eine ruhige, natürliche Grundlage, auf der Geschirr und Deko besonders gut wirken.


Textilien und Felle für Wärme
Textilien nehmen dem Esszimmer die Strenge und bringen die typische nordische Gemütlichkeit. Auf Stühle und Bänke gelegte Schaffelle oder Sitzkissen machen das Sitzen weicher und laden dazu ein, nach dem Essen noch sitzen zu bleiben. Setzen Sie dabei auf natürliche Materialien - Leinen, Wolle, Baumwolle und echtes Fell - in zurückhaltenden Farben. So bleibt der Look ruhig, und die unterschiedlichen Texturen erzeugen Tiefe, ganz ohne kräftige Farben.


Ein Teppich grenzt den Essbereich ab
Mit einem länglichen Teppich unter dem Esstisch markieren Sie den Essbereich klar und verhindern, dass er optisch mit dem übrigen Raum verschwimmt. Diese bewusste Abgrenzung betont, wo der Essplatz endet, und lässt die Fläche ringsum größer wirken. Zugleich sorgt ein Teppich für eine gemütliche Atmosphäre und verbessert die Akustik im Raum.
Wichtig ist die richtige Größe: Der Teppich sollte so groß sein, dass die Stühle auch in herausgezogenem Zustand mit allen vier Beinen darauf stehen - rechnen Sie mindestens 60 bis 75 cm Überstand an jeder Seite des Tisches. Ein flach gewebtes Modell ist pflegeleichter und für den Essbereich besser geeignet als ein hochfloriger Teppich.

Spiegel machen den Raum größer und heller
Spiegel sind ein klassischer Weg, ein Esszimmer größer wirken zu lassen, als es tatsächlich ist. Ein senkrecht gehängter Spiegel streckt den Raum optisch in die Höhe, ein waagerecht platzierter lässt ihn breiter erscheinen. So können Sie die Wirkung gezielt an Ihren Raum anpassen.
Neben dem optischen Effekt reflektiert ein Spiegel auch das Licht und hilft, den Raum aufzuhellen - besonders wertvoll an dunklen Wänden oder in Räumen mit wenig Tageslicht. Da es Spiegel in vielen Formen, Rahmen und Farben gibt, lassen sie sich gut als dekoratives Element einsetzen: ein großer runder Spiegel als ruhiger Blickfang oder ein schlanker, hoher Spiegel neben dem Sideboard.


Pflanzen grenzen den Bereich ab
Pflanzen in unterschiedlichen Grüntönen sind eine schöne Möglichkeit, den Essbereich abzugrenzen - vor allem, wenn Wohn- und Essbereich in einem offenen Raum liegen. Besonders große Pflanzen bilden einen Rahmen um den Essplatz, aber auch kleinere Pflanzen haben eine abgrenzende Wirkung. Praktisch ist es, die Pflanzen aufzuhängen oder auf ein kleines Regal oder eine Bank zu stellen, damit der Boden frei bleibt und der Raum offen wirkt.


Beleuchtung und dekorierte Fenster
Neben der Pendelleuchte über dem Tisch lohnen sich weitere warme Lichtquellen im Esszimmer. Eine dänische Tischleuchte auf dem Sideboard, eine Stehleuchte in der Ecke und ein paar Kerzen schaffen mehrere Lichtinseln auf unterschiedlichen Höhen - genau das erzeugt die typische Hygge-Stimmung an dunklen Abenden. Warmweißes, dimmbares Licht ist dabei die beste Wahl.
Ein typisch nordisches Detail sind dekorierte Fenster. Statt die Fensterbank leer zu lassen, stellen Dänen gern eine Vase mit Blumen ins Fenster, ergänzt durch eine kleine Leuchte oder ein paar Kerzen. Das bringt Leben an die Fensterfront und lässt die Grenze zwischen innen und außen weicher wirken. Achten Sie darauf, die Fensterbank bewusst zurückhaltend zu bestücken, damit das Tageslicht ungestört einfällt.

Blumen und Zweige in der Vase
Frische Blumen oder Zweige in einer schlichten Vase sind der einfachste Weg, Leben auf den Esstisch oder die Fensterbank zu bringen. Im nordischen Stil dürfen es auch getrocknete Varianten sein: Pampasgras, Baumwollzweige, Eukalyptus oder Trockenblumen halten lange, wirken ruhig und passen perfekt zur gedeckten Farbpalette. Wählen Sie eine bauchige Keramikvase oder ein klares Glasgefäß und halten Sie das Arrangement locker und natürlich - wenige Zweige wirken oft schöner als ein voller Strauß.



Tierköpfe als markanter Wandschmuck
Ein durchaus typisches Detail in dänischen Wohnungen sind präparierte Tierköpfe an der Wand - etwa von Ziege, Hirsch oder Widder. Als einzelnes, markantes Objekt an einer ruhigen Wand setzen sie einen naturverbundenen, rustikalen Akzent, der besonders schön mit modernen Möbeln und einem Kaminbereich harmoniert. Wer den Look mag, aber auf echte Präparate verzichten möchte, findet heute detailgetreue Nachbildungen aus Kunstharz. Wichtig ist auch hier die Zurückhaltung: Ein einziges Stück an einer freien Wand wirkt am stärksten, während mehrere Köpfe schnell überladen wirken.

Akustikpaneele an der Wand: der moderne nordische Trend
Ein aktuell sehr beliebtes Wanddetail im skandinavischen Esszimmer sind Akustikpaneele - schmale, vertikale Holzlamellen auf einem Trägerfilz, die eine ganze Wand oder einen Teilbereich verkleiden. Sie verbinden zwei Dinge, die im nordischen Wohnen zusammengehören: warmes, echtes Holz und ruhige Funktion. Die Lamellen bringen Struktur und Tiefe an die Wand, ohne unruhig zu wirken, und greifen mit ihren klaren, vertikalen Linien die schlichte Formensprache des Stils auf.
Der praktische Nebeneffekt gibt den Paneelen ihren Namen: Der Filz hinter den Holzlamellen schluckt Schall und verbessert so die Akustik im Raum - gerade im Esszimmer, wo an einem großen Tisch viel geredet wird und harte Böden den Klang sonst hart zurückwerfen. So wird ein oft unterschätztes Problem offener Wohnküchen elegant gelöst.
Für den skandinavischen Look wählen Sie Paneele in einem hellen bis mittleren Holzton - Eiche passt besonders gut zu hellen Böden und gedeckten Wänden. Setzen Sie die Paneele bewusst als ruhige Akzentwand ein, etwa hinter dem Esstisch oder als Raumteiler zum Wohnbereich, und halten Sie die übrigen Wände schlicht. So bleibt die Wirkung klar und hochwertig, statt den Raum zu überladen.

Stuck und Zierleisten als Kulisse
Eine der schönsten Eigenheiten skandinavischen Wohnens zeigt sich dort, wo alte Bausubstanz auf klare, moderne Möbel trifft. Gerade in Altbauten und älteren Häusern finden sich originale Zierelemente, die einem Raum sofort Charakter geben: die Stuckrosette rund um den Deckenauslass der Pendelleuchte, profilierte Deckenleisten (Zierleisten) entlang der Wandkante und feine Reliefornamente in den Ecken.
Der typisch nordische Ansatz besteht darin, diese historischen Details nicht zu verstecken, sondern sie bewusst weiß in weiß zu belassen und mit reduzierten, modernen Möbeln zu kombinieren. Die schlichte Form eines klaren Esstischs und moderner Stühle lässt die handwerkliche Tiefe des Stucks erst richtig wirken - und umgekehrt nimmt der verspielte Stuck der modernen Strenge die Kühle. Dieser Kontrast aus Alt und Neu ist ein Kernmerkmal des gehobenen skandinavischen Looks.
So setzen Sie das Spiel zwischen Ornament und moderner Einrichtung um:
- Stuck weiß lassen. Streichen Sie Deckenrosette, Zierleisten und Wände im selben hellen Ton. So entsteht Ruhe, und das Ornament wirkt über Licht und Schatten statt über Farbe.
- Eine moderne Leuchte an die alte Rosette hängen. Der Kontrast zwischen historischem Stuck und zeitgenössischem Pendel ist gewollt und besonders reizvoll.


Stuckleisten und Wandprofile: das nordische Wanddetail
Ein Detail, das skandinavische Esszimmer oft unaufdringlich veredelt, sind dekorative Stuckleisten an Wänden und entlang der Deckenkante. In vielen nordischen Altbauten laufen schmale Wandprofile in Brusthöhe um den Raum oder rahmen die Wandflächen zu ruhigen Feldern. Sie geben der Wand Struktur und Tiefe, ohne sie unruhig zu machen - genau das, was den skandinavischen Stil ausmacht.
Der Trick liegt in der Zurückhaltung: Streichen Sie die Leisten im selben hellen Ton wie die Wand, sodass sie nur über Licht und Schatten wirken. So entsteht ein feines Relief, das den Raum hochwertig und durchdacht erscheinen lässt, ohne von Möbeln und Deko abzulenken. Gerade in Kombination mit klaren, modernen Möbeln bilden die klassischen Profile einen reizvollen Kontrast aus Alt und Neu. Wer keinen originalen Stuck hat, kann schlichte Wandleisten nachrüsten - wichtig ist nur, dass sie schmal und ruhig bleiben und dem Raum nicht die Leichtigkeit nehmen.



Der typisch dänische Boden: Holzarten, Behandlung und weiße Sockelleisten
Kaum ein Element prägt den nordischen Look so sehr wie der Boden. Typisch dänische Böden sind hell, matt und natürlich - sie bilden die ruhige Grundlage, auf der alles andere wirkt. Wer den Stil ernsthaft umsetzen möchte, sollte den Boden deshalb mitdenken.
Die typischen Holzarten
In dänischen Wohnungen und Häusern dominieren wenige, bewährte Hölzer:
- Eiche - der Klassiker, robust und zeitlos, oft als breite Diele oder im Fischgrät-Muster (Parkett) verlegt.

- Esche - hell und mit lebendiger Maserung, eine beliebte Alternative zur Eiche.


- Buche - gleichmäßig und freundlich im Ton.

- Kiefer, Fichte und Douglasie - klassische Nadelhölzer für breite, weiche Dielen, vor allem in älteren Häusern und Landhäusern.

Die typische Behandlung: hell und matt statt glänzend
Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Ländern liegt in der Oberfläche. Während anderswo oft glänzender Lack verwendet wird, behandeln Dänen ihre Böden traditionell mit Lauge und Seife oder mit weißem Öl. Diese Behandlung nimmt dem Holz den Gelbstich, bewahrt den matten, natürlichen Charakter und sorgt für den charakteristisch hellen, fast kalkigen Ton. Bei Nadelhölzern wird das Holz dafür zuerst gelaugt und anschließend mit weißer Seife gepflegt; bei Eiche und anderen Harthölzern kommt häufig ein weiß pigmentiertes Öl zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein Boden, der über Jahrzehnte schön bleibt und mit der Zeit eine lebendige Patina entwickelt, statt nachzudunkeln.

Das Detail, das den Unterschied macht: weiße Sockelleisten
Ein typisch dänisches Detail, das vielen erst auf den zweiten Blick auffällt: Die Sockelleiste (Fußleiste) wird weiß gestrichen - nicht passend zum Bodenton, wie es in vielen anderen Ländern üblich ist. Statt die Leiste in Holzoptik an den Boden anzugleichen, setzen Dänen sie bewusst in Weiß ab, meist im selben Ton wie Wände und Türrahmen. Das Ergebnis ist ein besonders ruhiger, klarer und aufgeräumter Look: Der helle Holzboden und die weiße Leiste bilden eine saubere Linie, die den Raum optisch größer und zusammenhängender wirken lässt. Wer den authentisch nordischen Eindruck sucht, sollte genau dieses Detail übernehmen.
Auf einem solchen hellen, matten Boden kommen echte Holzmöbel und ehrliche Materialien besonders gut zur Geltung - der Boden und die Möbel sprechen dieselbe natürliche Sprache.


Häufige Fehler im skandinavischen Esszimmer
- Zu kleiner Tisch für den Raum. Ein zu kleiner Tisch wirkt verloren. Lieber etwas großzügiger wählen.
- Leuchte zu hoch montiert. Eine zu hoch hängende Leuchte verliert ihre Wirkung und blendet.
- Alle Stühle identisch und ohne Charakter. Ein bewusster Materialmix bringt Leben.
- Tisch aus Dekorfolie. Echtes Holz ist das Herzstück des Looks - hier lohnt sich die Investition.
- Teppich zu klein gewählt. Der Teppich sollte unter dem Tisch alle Stühle mit aufnehmen, auch wenn sie herausgezogen sind.
Checkliste: Skandinavisches Esszimmer einrichten
- Esstisch aus echtem Holz nach Raumgröße und Personenzahl wählen.
- Bequeme Stühle im bewussten Materialmix kombinieren - gern mit einer Bank.
- Freiraum und Ergonomie beachten: 90 bis 100 cm rund um den Tisch, etwa 60 cm pro Person.
- Warmweiße, dimmbare Hängeleuchte über dem Tisch montieren.
- Stauraum mit Sideboard, Highboard oder Vitrine schaffen.
- Essbereich mit einem länglichen Teppich, Pflanzen oder einem Spiegel abgrenzen und aufhellen.
- Mit Leinen-Textilien, Fellen, Vase und dezenter Deko Atmosphäre setzen.
So entsteht ein Esszimmer, an dem man gerne sitzen bleibt - hell, ehrlich und gemütlich. Entdecken Sie die komplette Auswahl in unserer Kollektion Esszimmer.